Aktuelles


SWKneipe im April – Solidarität mit den Jugendlichen von Altsasu!

Anfang März 2019 wurde ein haarsträubendes Urteil gegen 8 baskische Jugendliche mit Freiheitsstrafen zwischen zwei und 13 Jahren von der Berufungsinstanz des Madrider Sondergerichts bestätigt.

Was war geschehen?

2016 gab es eine Rangelei zwischen Jugendlichen und mehreren, sich außer Dienst befindenden Mitgliedern der Guardia Civil in einer Kneipe in der baskischen Stadt Altsasu (Nafarroa (Navarra)).

Das Madrider Sondergericht für „Terrorismus“-Prozesse zog das Verfahren an sich, was bei einer Kneipenschlägerei schon eher ungewöhnlich erscheint. Dieses Gericht, entstanden unter der faschistischen Franco-Diktatur, verurteilte die Jugendlichen zu diesen absurden Strafen und stand so Seite an Seite mit einer anderen im Faschismus groß gewordenen Institution, der im Baskenland verhassten Guardia Civil. Die zuständige Richterin trägt zudem eine Auszeichnung der Guardia Civil.

Doch die Solidarität mit den Jugendlichen ist groß, es gab eine Vielzahl an Protesten. In Pamplona (Iruñea) gingen 80.000 Menschen aus dem Baskenland und auch aus anderen Teilen Spaniens unter dem Motto „Ez da justizia“ (das ist keine Gerechtigkeit) auf die Straße.

Am 05.04.2019 wird uns Uschi Grandel von den Freundinnen und Freunden des Baskenlands (www.info-baskenland.de) über diesen Fall, aber auch die Situation politischer (baskischer) Gefangener berichten. Deren Amnestie oder wenigstens deren Verlegung in Gefängnisse im Baskenland ist seit der einseitigen Beendigung des bewaffneten Konflikts seitens der ETA und der endgültigen Auflösung der ETA eine der wichtigsten politischen Forderungen geworden.

Dazu gibt es Pintxos und Kalimotxo!

SWKneipe im April 2019 „Solidarität mit den Jugendlichen von Altsasu“

Freitag, 05.04.2019 ab 19:30 Uhr
im SWK, Fritz-Salm-Straße 10, 68167 Mannheim
Eingang über die Terrasse!


Alle reden von Baufeld 4 und 5. Doch wir haben einen Plan.

Und der heißt „Lake Turley“. Warum teure Luxuswohnungen und fette Rendite für einige wenige? Über einen Baggersee freut sich Groß und Klein. Die ganze Nachbarschaft wäre begeistert. Nicht nur die Turley-Bewohner*innen, die ganze Neckarstadt würde das Konversionsgelände regelmäßig nutzen. Im Sommer bringt ein See Erfrischung, Spaß und sportlichen Ausgleich, im Winter kann man vielleicht sogar Schlittschuhlaufen. Auch die Enten aus dem Herzogenriedpark hätten ihre wahre Freude.

Die Grube ist bereits ausgehoben. Jetzt fehlt nur noch Wasser und bereits zur Sommersaison könnte Mannheims neue Attraktion „Lake Turley“ in Betrieb gehen. Der Zaun käme natürlich weg.

Über Artikel 15 Grundgesetz könnten schnell die rechtlichen Voraussetzungen für eine Vergesellschaftung von Grund und Boden geschaffen werden. Tom Bock könnte dennoch in der Projektentwicklung dabei bleiben und – wie er es bereits vorgeschlagen hat – für die Ansiedlung einer guten Eisdiele auf Turley sorgen.

Bei Turley Deal ging die Stadt baden – jetzt sind wir dran

KOOOnzeptbüro SWK, März 2018


Hurra, der Kinderspielplatz ist da!

Mit fast drei Jahren Verspätung kommt der Spielplatz zwar spät, dafür aber umso schöner. Am Wochenende wurden in einer gemeinsamen Aktion mit dem Syndikatsprojekt Umbau Turley, mit dem wir uns den Garten teilen, aus Holzelementen Spielgeräte zum Klettern, Schaukeln und Spielen gebaut. Ein Kinderspielplatz ist bei Mehrfamilienhäusern über das Baurecht verpflichtend vorgeschrieben. Und tatsächlich gibt es viele Bewohner*innen, die das neue Angebot nutzen werden – und sicherlich auch viele Besucher*innen aus der Nachbarschaft.


Turley bleibt Spekulationsgebiet und Tummelplatz der Immobilienhaie

Das fragen wir uns auch. Das Bild entstand bei einer Hausbesetzung zur Rettung der Sozialwohnungen in der Carl-Benz-Straße. Diese mussten dann aber auch einem teuren Neubau weichen.

Durch einen Artikel im Mannheimer Morgen vom 2. März 2018 wurde öffentlich, dass der sogenannte „Ankerinvestor“ auf dem Konversionsgelände Turley, die „Tom Bock Group“, für 36 Millionen Euro ein Grundstück verkauft hat.

Die Tom Bock Group kaufte es erst vor 3 Jahren für offenbar günstige 6 Mio Euro von der Stadt bzw. deren Entwicklungsgesellschaft MWSP. Seitdem ist auf dem Gelände, das wir täglich aus dem Fenster beobachten dürfen, nicht viel passiert. Eine Grube wurde ausgehoben. Baufirmen haben Erdarbeiten durchgeführt, Steine geschreddert und das Gelände als Zwischenlager für die Entsorgung von Abbruchmaterial und Erdaushub genutzt. Das war in den letzten Monaten ein staubiges und lautes Unterfangen.

Die von Tom Bock groß angekündigten Bautätigkeiten zum „Soho Turley“ gab es nicht und wird es möglicherweise nie geben. Wer neue*r Eigentümer*in ist und was geplant wird, ist der Öffentlichkeit bisher nicht bekannt. Eine Hamburger Immobiliengesellschaft macht die Vertretung und hüllt sich in Schweigen.

Offenbar hat sich die MWSP von Tom Bock ordentlich über den Tisch ziehen lassen. Bei lockeren Gesprächsrunden mit Wein und lässigen Sprüchen gab es immer wieder Schwärmereien über „Soho Turley“. Sogar „preisgünstiger Wohnraum“ hätte entstehen sollen, alles völlig freiwillig, Dank wohltätiger Absichten des Investors… Und jetzt einfach so ein Deal mit sechsfacher Gewinnspanne. 30 Millionen Gewinn, ohne etwas tun zu müssen? Vielen Dank, MWSP, wird sich der Investor denken und ins Fäustchen lachen. Eine Aktion wie aus dem Bilderbuch der Immobilienspekulation – in einer Zeit, in der sich die Politiker*innen gegenseitig überbieten mit ach so tollen Ideen, um der Wohnungsnot und der Mietpreisexplosion etwas entgegen zu setzen.

Für uns bedeutet die neue Entwicklung verschiedenes.

Erstens wissen wir nicht, was und wann auf unserem Nachbargrundstück gebaut wird. Das heißt: Warten. Weiterhin Baustelle, Staub, Lärm und vielleicht weiterhin fragwürdige Zwischennutzungen, wie in den letzten Monaten. ODER: Baggersee statt Luxuswohnungen? Nehmen wir es doch selbst in die Hand.

Zweitens wissen wir nicht, wann der Grünstreifen neben unserem Haus entstehen wird. Nachdem sich von der MWSP genannte Termine immer wieder als unrealistisch erwiesen haben, ist der aktuelle Stand: „wenn der Rohbau auf Baufeld 4/5 fertig gestellt ist“. Also erst mal nicht.

Drittens haben wir ein Lehrstück in Sachen kapitalistischer Verwertungslogik bekommen. Ein “Investor” macht aus praktisch nichts 30 Millionen Euro in gerade einmal drei Jahren. Alles was er dazu brauchte, war Kapital und eine städtische Entwicklungsgesellschaft, die seine Pläne mitgemacht hat.

Hier sei nebenbei angemerkt, dass in unserem Grundstückskaufvertrag allerhand Absätze sicherstellen, dass wir innerhalb einer vorgegeben Zeit ein bezugsfertiges Haus gebaut haben. Diese Absätze im Vertrag sollen die Nutzung steuern und Spekulationen verhindern, hätten wir diese Bedingungen nicht erfüllt, hätte die MWSP vom Kaufvertrag zurücktreten können. Solche Regeln scheinen für den Großinvestor offenbar nicht notwendig gewesen zu sein.

Wir müssen festhalten, dass die städtische Entwicklungsgesellschaft beim Konversionsprojekt Turley den Immobilienhaien enorme Profite ermöglicht hat und auf dem ehemaligen Kasernenareal Turley wortwörtlich eine „Gated Community“ der Besserverdienenden erschaffen hat. Die drei Syndikatsprojekte (SWK, Umbau und 13 Hektar Freiheit) bilden die kleine Ausnahme von der Turley-Regel der teuren Mieten und Kaufpreise. Ansonsten ist Turley ein Sinnbild der katastrophalen Immobilien- und Wohnungspolitik der letzten Jahren.

Links
„Turley weiterverkauft – für den sechsfachen Preis“ Artikel im Mannheimer Morgen (kostenpflichtig)
„Spekulationsbombe auf Turley“ Kommentar im Kommunalinfo Mannheim


SWKneipe im März mit Film „Iuventa – Seenotrettung – Ein Akt der Menschlichkeit“

Wir laden euch herzlich zur nächsten SWKneipe am kommenden Freitag,  1. März ein. Wir zeigen den Film „Iuventa – Seenotrettung – Ein Akt der Menschlichkeit“, anschließend gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.

Zum Film: Eine Gruppe junger engagierter Menschen gründet im Herbst 2015 in Berlin die Initiative JUGEND RETTET. Über eine Crowdfunding-Kampagne kaufen sie einen umgebauten Fischkutter und taufen ihn auf den Namen „Iuventa“. Im darauffolgenden Jahr startet ihr Schiff zu seiner ersten Mission und schließt sich den Schiffen verschiedener NGOs, der italienischen Küstenwache sowie der Marine an.

Nach fast zwei Jahren Einsatz und ca. 14.000 auf hoher See geretteter Menschen wurde im August 2017 das Schiff plötzlich beschlagnahmt und von den italienischen Behörden in Lampedusa festgesetzt. Seitdem kursiert u.a. der Vorwurf der Kooperation mit Schlepperbanden. Eine Anklage ist jedoch bis heute nicht erfolgt. Die bewegende Geschichte wurde von Regisseur Michele Cinque festgehalten. Über ein Jahr lang verfolgt der Film das Leben der jungen Protagonist*innen, fängt die gesamte Spanne der Mission ein, beginnend mit dem Moment, in dem sie in See stechen und ihr unglaubliches Vorhaben wahr wird, bis zu dem Punkt, an dem dieser mit der politischen Realität kollidiert.

Mehr Infos zum Film: www.iuventa-film.de

Wir öffnen um 19:30 Uhr, Beginn des Films gegen ca. 20 Uhr.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.


SWKneipe im Februar mit Film „Zwei Wege nach Auschwitz“

Im Februar zeigen wir im Rahmen unserer SWKneipe den Film „Die Köchin des Kommandanten. Zwei Wege nach Auschwitz“ (von Karen Strobel & Christina Stihler, herausgegeben vom Marchivum, 60 min, FSK ab 12).
Zwei Menschen, die sich in Mannheim einst kannten, begegnen sich 1942 am Ort grauenvollster Verbrechen, im KZ Auschwitz wieder: zum einen Rudolf Höß, der Kommandant dieser Todesfabrik. Zum anderen die Bibelforscherin Sophie Stippel (Zeugin Jehovas), KZ-Gefangene, die nun im Haushalt des Kommandanten arbeiten muss.

Der Film erzählt zwei Lebenswege, die auf der Suche nach innerem Halt unterschiedliche Wege einschlagen – mit tiefgreifenden Auswirkungen. Die Dokumentation begleitet den Enkel von Sophie Stippel bei der Spurensuche. Aktuelle Aufnahmen werden durch umfangreiches Archivmaterial ergänzt, namhafte Experten ordnen Persönlichkeitsmerkmale und historische Geschehnisse ein. Die Rekonstruktion der Lebenswege beider Protagonisten eröffnet einen ungewohnten Zugang in Alltag und Strukturen des NS-Regimes auf der Täter- wie Opferseite. Eine zentrale Frage dabei ist zeitlos: Was braucht es, um extremistische Entwicklungen zu vermeiden?

Mehr Infos in der Publikation des Marchivum

Freitag, 1. Februar 2019
20:00 Uhr
im SWK, Fritz-Salm-Straße 10, 68167 Mannheim


SWKneipe + Film: Ungarn vor dem Sturm

am Freitag, 14.12.2018
ab 19 Uhr
im SWK, Fritz-Salm-Str. 10, Mannheim

SWK lädt wieder zur SWKneipe! Wir öffnen unsere Kneipe ab 19 Uhr und starten um 19:30 Uhr mit unserer Vokü. In Kooperation mit Input Mannheim zeigen wir ab 20.30 Uhr anschließend den Film „Ungarn vor dem Sturm – Eine kritische Collage zu Orbáns Ungarn“. Hierzu haben wir auch die Filmemacher*innen eingeladen, die uns einen Input zur gegenwärtigen Situation in Ungarn liefern.

Ungarn unter Viktor Orbán gilt als rechtes Enfant terrible der Europäischen Union. Seit Orbáns Machtantritt 2010 wurden die ungarische Verfassung neu geschrieben, die öffentlichen Medien beschnitten und der staatliche Kampf gegen Obdachlose und Geflüchtete eröffnet. Der Film lässt zivilgesellschaftliche Akteur*innen zu Wort kommen, die sich gegen diese Übermacht stemmen. Entstanden ist eine kritische Collage, die spannende Einblicke in Journalismus und Geschichte, Aktivismus und soziale Frage Ungarns gewährt. Gesprächspartner*innen sind u.a. Philosophin Ágnes Heller, Historiker Krisztián Ungváry, Journalist Márton Gergely und Wohnungslosenaktivistin Jutka Lakatosné.


SWKneipe im Oktober: Vortrag zum Thema Anthroposophie und Waldorfschule

Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister
Pädagogik für Arier: Anthroposophie und Waldorfschule

Vortrag mit Peter Bierl
am Freitag, 12.10.2018

Vokü (Essen) ab 19 Uhr, Vortrag ab 20 Uhr

Hautcreme für Babypopos von Weleda, biologisch-dynamische Karotten der Marke Demeter, Rudolf-Steiner-Brot im Naturkostladen und die Waldorfschule basieren auf der Anthroposophie. Der Journalist Peter Bierl analysiert die okkulte Weltanschau­ung hinter den Produkten und ihren Erfinder Rudolf Steiner. Der Mann präsentierte sich als Hellseher und wurde von Anhängern als „Menschheitsführer“ und Wiedergeburt von Aristoteles verehrt. Stei­ner war überzeugt, dass nur die „weiße Rasse“ am Geiste schafft, während Schwarze über­hitzte Triebwesen seien und Juden zerset­zend wirkten. In der Welt der Anthropo­sophen spuken Engel und Dämonen, Volks- und Rassengeister, finden sich Versatzstücke aus Buddhismus, Hin­duismus und Christentum vermischt mit Darwinismus und Kulturpessimismus. Anthroposophen erklären die Reaktor­katastrophe in Fukushima als karmi­schen Ausgleich, die Waldorfpädagogik basiert auf der Vorstellung von Reinkarnation und Karma. Lehrer werden nach den Ideen Steiners ausge­bildet. In einem Buch, das zur Unterrichtsvorbereitung empfohlen wurde, heißt es: „Der Keim zum Genie ist der arischen Rasse bereits in ihre atlan­tische Wiege gelegt worden.“

Peter Bierl ist freier Journalist und lebt in der Nähe von München. Er schreibt u.a. für Konkret, Jungle World und Rechter Rand. Er ist Autor von „Grüne Braune: Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von rechts“ (Unrast-Verlag 2014), „Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn. Kapitalis­muskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell“ (Konkret-Verlag, 2012) so­wie „Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik“ (Konkret, 2005)

Eine Veranstaltung im Rahmen der SWKneipe, der monatlichen Kneipe mit wechselndem Programm im Wohnprojekt SWK auf dem Turley Areal, Fritz-Salm-Straße 10, 68167 Mannheim. Eintritt frei. Vokü ab 19 Uhr, Vortrag ab 20 Uhr.


Vortrag „Demokratie- oder Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien?“

Vortrag mit dem Journalist Ralf Streck

Dienstag, 24.04.2018
Beginn: 20 Uhr
im SWK, Fritz-Salm-Str. 10, 68167 Mannheim (Wegbeschreibung)

Mit großer Wucht sind die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens mit der Inhaftierung des „legitimen“ katalanischen Präsidenten Carles Puigdemont auch in Deutschland für eine breite Öffentlichkeit deutlich geworden. Zuvor hatte vor allem das Referendum für Schlagzeilen, als die katalanische Bevölkerung gegen massive Gewalt aus Spanien am vergangenen 1. Oktober über die Unabhängigkeit abgestimmt hat und sich mehr als 90 Prozent dafür ausgesprochen hat. Den Auftrag hatte das katalanische Parlament umgesetzt und die Unabhängigkeit am 27. Oktober erklärt. (mehr …)